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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Mittwoch, 17. Januar 2018

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Zwischenbilanz zum Projekt „Soziale Stadt“

Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter hat am Donnerstag, 10. Februar 2006, in einer Zwischenbilanz die positive Entwicklung des Projektes "Soziale Stadt" in den drei hierfür ausgewählten hannoverschen Stadtteilen hervorgehoben.
Durch das 1999 aufgelegte Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" können Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf gefördert werden. In Hannover sind die Gebiete Vahrenheide-Ost, Mittelfeld und Hainholz in das Programm aufgenommen worden. Die drei Gebiete haben einen unterschiedlichen, von den örtlichen Gegebenheiten abhängigen Entwicklungsbedarf. Neben Städtebaufördermitteln hat die Stadt Hannover seit 2001 insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro zur Finanzierung von Projekten in den Bereichen Soziales, Kultur, Bildung, lokale Ökonomie und Gesundheit zur Verfügung gestellt.

"Mit den Mitteln und den damit finanzierten Projekten können wir einen nachhaltigen und wirkungsvollen Beitrag zur sozialen Stabilisierung einzelner Gebiete leisten. Außerdem konnten für die Gebiete weitere Geldquellen akquiriert werden. Im gesamten bisherigen Zeitraum waren dieses 3,9 Millionen Euro", berichtet Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter.

Eine genaue Übersicht über die Mittelverwendung legt die Verwaltung in Form einer Drucksache den politischen Gremien vor.

Ausgewählte Sanierungsprojekte

Vahrenheide-Ost
Die Sanierung in Vahrenheide-Ost begann im Jahr 1997, seit 1999 ist Vahrenheide-Ost Modellgebiet für Niedersachsen im Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt". Fast jede zweite BewohnerIn in Vahrenheide-Ost hat einen Migrationshintergrund (48,8 Prozent). Familien leben mit einem Anteil von 19,3 Prozent überdurchschnittlich häufig in diesem Gebiet. Einkommensarmut, ob in Form hoher Arbeitslosigkeit (20,7 Prozent) oder hoher Sozialhilfeabhängigkeit (18,5 Prozent), prägt das Bild stark.

Das Ziel, die bestehende soziale Infrastruktur zu bündeln und nachhaltig an einem Ort zu verstetigen, ist insbesondere durch das im Emmy-Lanzke-Haus neu ins Leben gerufene Vahrenheider Initiativzentrum für Familie, Freizeit, Bildung und Beruf - kurz VIZe - optimal umgesetzt worden. Hier konnte die erfolgreiche Arbeit der bestehenden Vereine FLAIS e.V. und Nachbarschaftsinitiative sowie der städtischen Gemeinwesenarbeit unter einem Dach zusammengebracht werden. Zusätzlich zu den Räumlichkeiten der einzelnen Einrichtungen sind im Haus auch Gemeinschaftsräume wie das VIZe-Café eingerichtet worden.

Mit dem Projekt "Begleitetes Wohnen Sahlkamphäuser" werden die in den GBH-Häusern Sahlkamp 85 und 87 lebenden, vorwiegend deutschen, allein stehenden Männer mit ausgeprägten individuellen Problemen in ihrem Lebensalltag unterstützt. Zurzeit wohnen hier etwa 90 Personen in 64 Wohneinheiten. Ziel ist es, eine langfristige Stabilisierung der Mieter zu erreichen und der bestehenden Stigmatisierung der Häuser entgegenzuwirken. Die Begleitung und Unterstützung der Mieter erfolgt durch die Soziale Wohnraumhilfe (SWH). Hierzu steht der SWH im Sahlkamp 87 eine Wohnung zur Verfügung.
Das Projekt startete im Jahr 2003 und wurde bisher ausschließlich durch das Jugend- und Sozialdezernat finanziert. Ab 2007 wird sich die Stadt aus der Finanzierung zurückziehen und nur noch einmalig einen Zuschuss gewähren. Die GBH wird das Projekt dann in Eigenfinanzierung weiterführen.

Mittelfeld
Mittelfeld zeichnet sich durch eine gemischte BewohnerInnenstruktur aus. Besonders auffallend ist jedoch, dass fast jede/r dritte BewohnerIn 60 Jahre und älter ist und dass fast 40 Prozent der BewohnerInnen einen Migrationshintergrund haben. Von Arbeitslosigkeit (17,5 Prozent) und Sozialhilfebezug (16,9 Prozent) sind überdurchschnittlich viele Menschen betroffen. Das Gebiet wurde im Jahr 1999 in das Programm aufgenommen.

Im Jahr 2006 wird als Nachfolge des Projektes "Freiwilliges Training und Aktivierung Mittelfeld - FSTA" das Projekt "aktivieren - beraten - fördern (abef)" durch die Arbeiterwohlfahrt durchgeführt. Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren mit oder ohne Schulabschluss, Mehrfachabbrecher schulischer oder beruflicher Maßnahmen, mit prekärem familiärem Hintergrund und desolaten Wohnverhältnissen sowie MigrantInnen. Für einen Zeitraum von sechs Monaten wird ein Kontrakt abgeschlossen, in dem die Struktur der Maßnahme festgelegt wird. Hierzu gehören eine Motivations- und Orientierungsphase, eine Phase der Berufsplanung, Arbeitserfahrungen und Qualifizierung sowie die Phase der Gestaltung des Übergangs in eine weiterführende Maßnahme, in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis oder in eine Schule. Begonnen wurde das Projekt im Jahr 2000 im Rahmen eines Bundesmodellprojektes des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Von dort erfolgte bis September 2004 die Hauptfinanzierung, inzwischen wird das Projekt über die Arge sowie das Jugend- und Sozialdezernat finanziert.

Auch in Mittelfeld spielt das Thema Nachhaltigkeit und Verstetigung von erfolgreichen Projekten eine Rolle. Hierzu wird in diesem Jahr ein Gesamtkonzept erstellt. Bausteine sind der vom Bewohnerverein SchMitt e.V. gegründete Treffpunkt der Kulturen, das von der städtischen Gemeinwesenarbeit durchgeführte Projekt "FreiWILLIg in Mittelfeld" sowie der Umsonstladen in der Ahornstraße. Schwerpunkte des Treffpunkts der Kulturen ist es, den Dialog und die Verständigung zwischen den Angehörigen der unterschiedlichen Kulturen zu fördern. Das Projekt "WILLI" will die vorhandenen ehrenamtlichen Ressourcen stärker aktivieren und die individuellen Fähigkeiten fördern und stärken.

Hainholz
Seit dem Jahr 2001 ist das Wohngebiet des Stadtteils Hainholz im Programm. Hier leben relativ viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und vergleichsweise unterdurchschnittlich viele ältere Menschen. Soziale Problemlagen werden am hohen Anteil von Arbeitslosen (15,9 Prozent) und SozialhilfeempfängerInnen (14,1 Prozent) sichtbar. Betroffen sind vielfach junge Menschen und Familien, die oftmals in sozial schwachen und problematischen Familienverhältnissen leben. Aus diesem Grund liegt ein Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Kinder, Jugendliche und Familien.

Die räumliche Situation für Kinder und Jugendliche ist seit vielen Jahren desolat. Aus diesem Grund wird im Jahr 2006 ein Kinder- und Jugendhaus in Hainholz gebaut und eingeweiht. Dort werden das bereits im Stadtteil bestehende Lückekinderprojekt "Haini Holz" sowie der Kleine Jugendtreff Hainholz in einem Haus Angebote für Kinder und Jugendliche gestalten. Die zukünftige Form der Zusammenarbeit sowie die inhaltlichen Schwerpunkte werden in einem Prozess mit den Kindern, Jugendlichen und Einrichtungen erarbeitet.

Einen anderen Schwerpunkt verfolgt das Projekt "Nachbarschaftsarbeit Hainholz". Es befindet sich im Wohnquartier Bömbelburg und soll die in diesem sozial benachteiligten und problematischen Gebiet lebenden Menschen stärker in den gesamten Stadtteil integrieren. Der Träger, der Verein "Miteinander für ein schöneres Viertel", hat bisher verschiedenste Aktivierungs- und Beteiligungsmaßnahmen durchgeführt, z.B. Wochenendseminar zum Thema "Wohnen mit Kindern", Beteiligung am "Lebendigen Adventskalender", Aktivierungsgespräche zur Wahl von Mieterbeiräten, Beteiligung an Wohnumfeldgestaltungen in Vorgarten- und Hofbereichen.
"Durch das Programm Soziale Stadt können wir neben den klassischen Städtebaufördermitteln zusätzliche Mittel für sozialintegrative Projekte bereitstellen. Diese Mittel dienen als Anschubfinanzierung und können es auch möglich machen, dass erfolgreiche Projekte verstetigt werden. Insgesamt leisten wir damit einen erheblichen Beitrag zur sozialen Entwicklung in schwierigen Gebieten", erläuterte Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter abschließend.
[PM LH Hannover, 13.02.2006]

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