Verwaltung präsentiert Diskussionsentwurf zur Schulstrukturreform Phase II
Zum Schuljahr 2004/05 wurde per Schulgesetz die Orientierungsstufe abgeschafft. Das bedeutete, dass zwei zusätzliche Jahrgänge in den weiterführenden Schulen aufgenommen werden mussten. Da nunmehr die Eltern bereits direkt nach der Grundschule entscheiden mussten, auf welche Schule sie ihr Kind schicken möchten, war nicht klar, wie sich künftig die einzelnen Schulformen entwickeln würden. Um denkbare Anmeldungen abfangen zu können, wurden den Schulen bewusst größere Raumkapazitäten zur Verfügung gestellt. Bei Realschulen und Gymnasien mussten daher teilweise Außenstellen eingerichtet werden.
Nach einer Erfahrungszeit von rund drei Jahren sollen die Raumkapazitäten nun dem tatsächlichen Bedarf angepasst und möglichst die Außenstellen wieder aufgelöst werden. Bei der zweiten Phase der Schulstrukturreform war es politischer Wille, die Planung der Verwaltung von Beginn an durch einen Expertenkreis zu begleiten (Arbeitskreis Schulstrukturreform). Dieser Arbeitskreis hatte seine konstituierende Sitzung am 26. April 2006 und hat am 29. November 2006 seine Arbeit aufgenommen.
Die Schulverwaltung hat dafür entsprechende Grundlagenarbeit geleistet. Die neuesten amtlichen Statistiken und Prognosezahlen wurden gerade mit Heft 4 und Heft 5 veröffentlicht. Weiterhin wurden alle SchulleiterInnen der weiterführenden Schulen zu ihren Vorstellungen zur Schulstrukturreform Phase II befragt. Die Ergebnisse wurden im Heft 6 “Schulstrukturreform Phase II - Schulleiterbefragung September 2006″ zusammengestellt.
Mit Heft 7 legt die Verwaltung nun den Diskussionsentwurf für die Standortplanung der weiterführenden Schulen vor. Der Vorschlag soll am 8. März 2007 in den Arbeitskreis Schulstrukturreform eingebracht und diskutiert werden. Wenn der Arbeitskreis bis zu den Sommerferien eine abschließende Stellungnahme erarbeitet, können die Ratsgremien über den Standortplan für die weiterführenden Schulen beraten. Anfang 2008 könnte dann ein Grundsatzbeschluss vorliegen und zum Schuljahr 2008/09 mit geänderten Aufnahmekapazitäten die Auflösung der Außenstellen eingeläutet werden.
Die Umsetzung wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. So ist damit zu rechnen, dass die meisten der aufzugebenden Außenstellen der Gymnasien erst nach dem Schuljahr 2011/12 mit Wegfall der 13. Klasse frei werden. Um dies zu erreichen, ist ein entsprechender Grundsatzbeschluss erforderlich, damit über zukünftige Aufnahmen die Entwicklung der Schulen in die beabsichtigte Richtung gesteuert werden kann.
Im Einzelnen wird Folgendes vorgeschlagen:
Hauptschulen
Es sollen drei Hauptschulen (HS) aufgelöst und eine HS verlagert werden.
Aufgelöst werden danach
- die Haupt- und Realschule (HRS) im Fössefeld in Linden,
- die HS Kronsbergschule in Bemerode und
- die HS Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen.
Das freiwerdende Gebäude der Peter-Ustinov-Schule könnte dann von der Grundschule (GS) Stammestraße weiter genutzt werden. Dadurch würde die erforderliche Sanierung im alten Gebäude der GS Stammestraße eingespart und die GS erhielte deutlich mehr Raum als vorher (Vorteil im Hinblick auf späteren Ganztagsbetrieb).
Verlagert wird die HS im Schulzentrum (SZ) Ahlem vom SZ Ahlem in die Tegtmeyerallee.
Realschulen
Es sollen zwei Realschulen (RS) aufgelöst und eine RS verlagert werden.
- Aufgelöst werden danach die HRS im Fössefeld in Linden und
- die RS Freiherr-v.-Stein-Schule in Bemerode.
Verlagert wird die RS im SZ Ahlem vom SZ Ahlem in die Tegtmeyerallee.
Die HS und RS des SZ Ahlem werden dann als kombinierte Haupt- und Realschule im Schulgebäude Tegtmeyerallee weitergeführt. Das Gebäude Tegtmeyerallee muss für den Ganztagsbetrieb erweitert werden.
Das SZ Ahlem wird komplett aufgegeben.
Die drei noch vorhandenen Außenstellen der RS sollen aufgegeben werden:
- Dietrich-Bonhoeffer-RS: Loccumer Straße
- Lotte-Kestner-Schule in Bothfeld: Gartenheimstraße
- RS im SZ Ahlem: Tegtmeyerallee
Gymnasien
Es sollen neun von 13 Außenstellen aufgelöst werden:
- Elsa-Brändström-Schule: Altenbekener Damm
- Helene-Lange-Schule: SZ Badenstedt
- Herschelschule: Sahlkamp
- Kaiser-Wilhelm- u. Ratsgymnasium: SZ Lüerstraße
- Käthe-Kollwitz-Schule: Gottfried-Keller-Straße
- Leibnizschule: Gartenheimstraße
- Lutherschule: An der Uhlandstraße
- Tellkampfschule: Suthwiesenstraße
- Wilhelm-Raabe-Schule: Birkenstraße
Zwei Außenstellen sollen langfristig weiter genutzt werden, da es sich faktisch nicht um Außenstellen sondern Zweigstellen handelt:
- Humboldtschule: Petristraße
- Ricarda-Huch-Schule: Edenstraße
Aus Bedarfsgründen sollen zwei Außenstellen noch längere Zeit - also über das Schuljahr 2011/12 hinaus - weitergeführt werden:
- Goetheschule: An Mussmann`s Haube
- Sophienschule: SZ Lüerstraße
Integrierte Gesamtschulen
Die vorhandenen 32 Züge in der Sekundarstufe I sollen um sechs Züge aufgestockt werden. Darüber hinaus wird eine vierzügige Sekundarstufe II zusätzlich eingerichtet.
Für diese Kapazitätserweiterung werden zwei freiwerdende Schulgebäude genutzt, und zwar das Schulgebäude der HRS im Fössefeld und das SZ Bemerode.
Nach diesem Vorschlag würden fünf Schulanlagen komplett und vier Schulanlagen teilweise frei; eine Schulanlage würde künftig als Grundschule genutzt werden und zwei Schulanlagen stünden kurzfristig zur Erweiterung bestehender Integrierter Gesamtschulen zur Verfügung.
[PM LH Hannover, 06.3.2007]
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