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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Samstag, 20. Januar 2018

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Hannover: Platz zwei als Bundeshauptstadt im Naturschutz

Hannover hat unter 115 Stdten in Deutschland nach Heidelberg den zweiten Platz beim unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers Sigmar Gabriel stehenden Wettbewerb "Bundeshauptstadt im Naturschutz" belegt. Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mnninghoff nahm den Preis am Montag (29. Oktober) in einer Feierstunde in Berlin entgegen. Mit der Auszeichnung stellt die Jury - der unter anderem die deutschen Naturschutzverbnde und der Deutsche Stdtetag angehrten - Hannover ein besonders gutes Zeugnis aus; einerseits fr das Zusammenwirken von Naturschutz und Erholung auf kommunalen Grnflchen in langfristig angelegten Programmen und andererseits fr beispielhafte Projekte in der Land- und Forstwirtschaft und in der Umweltbildung.

Besonders gelobt wurden der Grne Ring, der Kinderwald, die "Waldstation Eilenriede" und die Naturschutzentwicklung des Gebietes Breite und Nasse Wiese in Misburg/Anderten. Darber hinaus hat Hannover mit der Eilenriede den bedeutendsten Stadtwald Europas vorzuweisen und mit 14 Parkanlagen im Citybereich und weiteren acht in der nheren Umgebung die hchste Parkdichte aller deutschen Grostdte.

Mnninghoff, einziger Dezernent in einer deutschen Grostadt, der sowohl fr die Umwelt als auch die Wirtschaft in einer Stadt zustndig ist: "Diese Auszeichnung ist ein groes Kompliment sowohl fr die Priorittensetzung der Ratspolitik, als auch fr die fachliche Arbeit der Stadtverwaltung und des ehrenamtlichen Naturschutzes."

Hintergrundinformationen:
An dem Wettbewerb, der erstmals im Jahr 2007 durchgefhrt wurde, haben insgesamt 115 Stdte und Gemeinden teilgenommen, davon 32 in der Teilnehmerklasse ber 100.000 Einwohner. Er wurde von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ausgerichtet und von folgenden Organisationen untersttzt:

  • Bund fr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
  • Deutscher Naturschutzring (DNR)
  • Deutscher Stdtetag
  • Deutscher Stdte- und Gemeindebund (DStGB)
  • Grne Liga - Netzwerk kologischer Bewegungen
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU)
  • Europarc Deutschland

[PM LH Hannover, 29.10.2007]

Laudatio der Deutschen Umwelthilfe

Hannover: zweiter Platz in Gesamtwertung

Die niederschsische Landeshauptstadt Hannover ist mit knapp 520.000 Einwohnern die drittgrte Stadt in Norddeutschland und gehrt zu den bedeutendsten europischen Messestdten. Hannover bezeichnet sich selbst als die Stadt im Grnen und
ist fr ihre Herrenhuser Grten bekannt.

Naturschutz hat in Hannover einen hohen Stellenwert, wir zeichnen die Stadt Hannover fr folgende Manahmen im Bereich Naturschutz aus: Vorbildlich ist das Grnflchenmanagement der Stadt. Bei unserem Wettbewerb erhlt Hannover in diesem Bereich die volle Punktzahl. Sowohl in innerstdtischen, wie auch auerstdtischen Bereichen hat die Stadt Rckzugsflchen fr die Natur und Erholungsrume fr den Menschen geschaffen. Der Grne Ring um Hannover bietet fr Naturfreunde und Erholungssuchende eine abwechslungsreiche Landschaft, erlebbar auf einem 160 Kilometer langen Radwanderweg. Besonderheit der Ausschilderung sind die blauen Markierungen. Bei der Orientierung helfen blaue Pfosten, Bnke oder andere Objekte. So dienen diese Gegenstnde nicht nur als Wegweiser, sondern lenken den Blick auch auf Einzigartiges oder reizvolle Landschaften. Zahlreiche Ziele am Wegesrand erzhlen von der Entstehung der Landschaft und ihrer Nutzung durch den Menschen und machen den Grnen Ring zu einem beliebten Ausflugsziel und einem interessanten Naturraum.

Hannover ist auch als Stadt der Grten bekannt. Grten und Grnanlagen sind fr Flora und Fauna Rckzugsgebiete im innerstdtischen Raum. Deswegen hat Hannover ein aufwendiges Innenhof- und Wohnungsfeldprogramm initiiert, das mit Mehr
Grn fr Fassaden und Dcher die Attraktivitt der Stadt erhhen soll. Die Stadtverwaltung untersttzt dabei Initiativen, die wohnungsnahe Freirume aufwerten. Die Stadt bert fachlich und kann finanzielle Zuschsse gewhren. Zudem wird jedes
Jahr ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem es Geldpreise zu gewinnen gibt. Mit dem Wettbewerb werden Brgerinnen und Brger motiviert etwas fr die Natur im Vorgarten zu tun. Das Programm luft bereits seit vielen Jahren und erfreut sich groer Be-
liebtheit.
Mit 14 Parkanlagen im City-Bereich und weiteren acht in der nheren Umgebung hat Hannover die hchste Parkdichte aller deutschen Grostdte. Mit einem interessanten Veranstaltungsprogramm fr verschiedene Altersgruppen hebt die Stadt in Kooperation mit der Region Hannover und der tatkrftigen Untersttzung der Naturschutzverbnde die Rolle der Parkanlagen fr den Naturschutz hervor. In den Sommermonaten werden dazu jede Woche Schwerpunktthemen wie Wasser, Wald oder
Vgel behandelt und vorgestellt.

Hannover berzeugt auch mit Projekten im Bereich der Forst- und Landwirtschaft: das landwirtschaftliche Modellprojekt am Kronsberg erreichte die Hchstpunktzahl. Ziel des Vorhabens war es, Manahmen zu erproben, die zu einer Integration von
Naturschutz, Naherholung und Landwirtschaft fhren. Naturschutz, Erholungsnutzung und Landwirtschaft treten oft als konkurrierende Ansprche auf. Am Stadtrand konzentrieren sich an einem Ort diese unterschiedlichen Anforderungen an die
Landschaft und die Natur. Hannover gelingt es hier all diese Ansprche unter einen Hut zu bringen. Die Natur profitiert von der kologisch ausgerichteten Landwirtschaft: Ackerrandstreifen, die Anlage von Hecken, Obstbaumpflanzungen und Bienenwei-
den bieten fr viele Tierarten neue Lebensrume. Die vielfltigen und interessanten Biotopstrukturen bernehmen zudem eine wichtige Vernetzungsfunktion.

Mit der offenen Herangehensweise und der Bercksichtigung aller Gruppen, die Anspruch an den Naturraum erheben, konnte am Stadtrand von Hannover ein Kompromiss gefunden werden, der allen Anforderungen gerecht wird. Durch die wissenschaftliche Begleitung wurden wichtige Grundstze definiert, die ein Nebeneinander von Natur, Landwirtschaft und Erholung ermglichen und auf andere Kommunen bertragbar sind.

Auch im Bereich Umweltbildung und Kommunale Grnflchen kann Hannover mit dem Kinderwald punkten. Auf einem ehemaligen Erdablagerungsgebiet von sieben Hektar wurde im Jahr 1996 ein Gelnde geschaffen auf dem Kinder das Sagen haben. Von Beginn an wurden die Interessen der Kinder ernst genommen. Hier knnen sie Vorschlge machen, wie das Gelnde gestaltet werden soll und lernen nebenbei die umliegende Natur kennen. Die Kinder werden dabei von einem Team von Naturpdagogen betreut, wichtige Fhigkeiten wie Eigeninitiative und Rcksichtnahme sowie Teambildung, Kreativitt und Motorik werden gefrdert. Neben diesen pdagogischen Elementen, gibt es viele Manahmen, die dem Naturschutz dienen. Unter anderem werden Wlle aus Schnittholz, sogenannte Benjeshecken, angelegt, die vielen Tieren Unterschlupf bieten. Auf diesen Flchen entwickelt sich Natur und die
Kinder erleben diese Entwicklung hautnah.

Im Bereich Arten- und Biotopschutz hat Hannover viele Naturschutz-Manahmen umgesetzt, wodurch neue, abwechslungsreiche Lebensrume entstanden sind. Im Landschaftsschutzgebiet Breite und Nasse Wiese wurden 56 Hektar Acker in Extensiv-Grnland umgewandelt. In Absprache mit dem Biobetrieb kann die Stadt flexibel mitentscheiden, in welcher Form die Flchen bewirtschaftet werden sollen. Das ist speziell dann von groer Bedeutung, wenn bei einem Brutverdacht geschtzter Vogelarten, wie zum Beispiel dem Wachtelknig, die Bewirtschaftungsform eingeschrnkt werden muss. Flchen werden whrend dieser Periode von jeglicher Nutzung ausgenommen und eine erfolgreiche Brut ist gewhrleistet.

Auch dieses Beispiel zeigt, dass die Landeshauptstadt Hannover bei allen Manahmen Wege einschlgt, die auf einen intensiven Austausch smtlicher Akteure im Vorfeld beruhen. So knnen einerseits Konflikte vermieden werden und andererseits profitiert der Naturschutz. Smtliche Projekte haben in Hannover die Gemeinsamkeit, dass sie in langfristigen und nachhaltigen Programmen eingebettet sind. Das macht die Projekte fr den Naturschutz besonders wertvoll. Wir gratulieren der Landeshauptstadt Hannover zum zweiten Platz in der Teilnehmerkasse ber 100.000 Einwohner und zum zweiten Platz in der Gesamtwertung.

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