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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Montag, 23. April 2018

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Alkoholprävention bei Jugendlichen

Stadt und Polizei bereiten „Testkäufe“ vor
Exzessives Trinken und Alkoholmissbrauch bei immer jünger werdenden KonsumentInnen sind dauerhaft Thema für Jugendschutz, Polizei und Kliniken. Im Rahmen ihrer Sicherheitspartnerschaft und der Kooperation in Sachen Alkoholprävention haben Landeshauptstadt Hannover und Polizeidirektion Hannover jetzt vereinbart, dem Problem verstärkt auf der Seite der "Beschaffung" mit "Testkäufen" nachzugehen.

Jugenddezernent Thomas Walter und Polizeipräsident Uwe Binias haben heute (27. Oktober 2008) das Konzept erläutert.

"Wir unterstützen die Aktion nachdrücklich, da sie die übrigen Bausteine unseres Alkoholpräventionsprogramms (Information von SchülerInnen, jugendlichen Fußballfans und Eltern durch das Projekt "Mehr Fun - weniger Alkohol"; Beratungsangebote für junge Alkoholopfer in Kliniken; Gespräche und Kontrollen an Veranstaltungsorten und Verkaufsstellen) wesentlich und sinnvoll ergänzen", unterstreicht Walter.

"Es wird jungen Menschen an vielen Orten viel zu leicht gemacht, hochprozentige Getränke und große Alkoholmengen zu bekommen. Mit Testkäufen wollen wir den Druck auf die Verkaufsstellen erhöhen, die gesetzwidrige und gesundheitsgefährdende Abgabe von Alkohol an Minderjährige einzustellen", so der Polizeipräsident.

Bei den geplanten Testkäufen werden 16- und 17-jährige Auszubildende der Polizei mit Einverständnis der Eltern in Begleitung von MitarbeiterInnen der Polizei und des Jugendschutzes an unterschiedlichen Verkaufsstellen versuchen, alkoholische Getränke zu erwerben. Sollte es ihnen gelingen, wird den VerkäuferInnen eine schriftliche Ermahnung ausgehändigt. Ein Bußgeld wird zunächst nicht erhoben, allerdings schlägt sich im Wiederholungsfall die zu unterstellende Vorsätzlichkeit auf die Höhe des dann fälligen Bußgeldes nieder.

Bei korrektem Verhalten der VerkäuferInnen werden diese ebenfalls über den "Testkauf" aufgeklärt.

Die Aktion bezieht sich auf alle Arten von Verkaufsstellen für Alkohol wie Kioske, Supermärkte, Tankstellen und andere sowie auf das ganze Stadtgebiet.

Nach einer Auswertung wird über weitere Kampagnen entschieden.

"Für die nachhaltige Wirkung im Sinn der Alkoholprävention sind nicht die Testkäufe allein entscheidend, sondern dafür kommt es wesentlich auch auf die Aufmerksamkeit im Umfeldes der jungen Menschen an", untersteichen Walter und Binias. Beide appellieren an die Eltern, sich an den Jugendschutz zu wenden oder Anzeige zu erstatten, wenn ihre Kinder irgendwo problemlos und wiederholt gesetzeswidrig Alkohol verkauft bekommen.

[PM LH Hannover, 27.10.2008]

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