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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Freitag, 19. Januar 2018

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Der Novemberpogrom 1938 in Hannover

Der Novemberpogrom 1938 in Hannover

Ausstellungserffnung „Der Novemberpogrom 1938 in Hannover” und „Jdisches Leben in Celle nach 1945”
4. November 2008, 19:00 Uhr

In ganz Deutschland wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Synagogen zerstrt, Brnde gelegt und die Kultgegenstnde geschndet und verschleppt. Auch in Hannover.

Novemberpogrom 1938 in HannoverAls Hitler am Abend des 9. November in Mnchen die Nachricht vom Tode des von dem hannoverschen jdischen Jugendlichen Herschel Grynszpan angeschossenen Pariser Botschaftssekretrs Ernst vom Rath erreichte, wurde die grte und brutalste Aktion der Nazis gegen die Juden in Deutschland und dem angeschlossenen sterreich in Gang gesetzt, die das Dritte Reich whrend der Friedenszeit erschtterte: Der Novemberpogrom.

Um 2.35 Uhr am 10. November erhielt die hannoversche Feuerwehr Meldung, dass die Synagoge in der Bergstrae brenne. Ein kleiner Kommandotrupp der SS hatte das Gotteshaus aber schon fast zwei Stunden vorher angezndet. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand es bereits in hellen Flammen.

Zeitlich parallel zum Anschlag auf die Synagoge zogen Trupps von SS und SA durch die Stadt und demolierten 94 Geschfte jdischer Inhaber. 27 Wohnungen jdischer Eigentmer oder Mieter widerfuhr ein hnliches Schicksal: Mbel, Geschirr, Haushaltsartikel und Kunstgegenstnde wurden kurz und klein geschlagen.

In Hannover wurden am 10. November 180 jdische Mnner und eine Frau aus ihren Wohnungen und Geschften geholt und mit weiteren 153 aus den Umlandgemeinden Verhafteten zunchst im Polizeigefngnis eingepfercht. Am Morgen des folgenden Tages wurden 275 Verhaftete in das KZ Buchenwald deportiert.

Die meisten Inhaftierten willigten ein, Deutschland zu verlassen. Ihr Besitz wurde arisiert. Im Frhjahr 1939 gab es fast kein jdisches Eigentum mehr in Hannover, die Emigration erreichte ihren Hhepunkt.

Novemberpogrom 1938 in HannoverDer Ablauf der Ereignisse der Pogromnacht, die Vorgeschichte und die Folgen werden anhand von Fotos, Dokumenten und Zeitzeugenberichten dargestellt. Es ist die virtuelle Rekonstruktion der zerstrten Synagoge zu sehen. Die Opfer bleiben nicht anonym, sondern werden umfassend dokumentiert, die Tter dort genannt, wo wir von ihnen Kenntnis haben.

Mit dem Projekt Reichskristallnacht in Hannover war 1978 die erste, umfassende Behandlung der Judenverfolgung und des Antisemitismus verbunden; auch die Ermordung der Juden im sog. Holocaust wurde bereits thematisiert. Damit gehrte das Haus am Hohen Ufer zu den ersten Museen Westdeutschlands,

die zum NS-Regime forschten und Ausstellungen erarbeiteten. Die Folge dieser Pionierarbeit war eine Serie bedeutender zeitgeschichtlicher Sonderausstellungen in Deutschlands Grostdten, deren Ergebnisse allmhlich auch in die Dauerausstellungen und in die pdagogischen Angebote der Geschichtsmuseen eingingen. Das Projekt des Jahres 2008 nimmt 70 Jahre nach dem NS-Pogrom von 1938 in besonderer Weise die Tage zwischen dem 9. und 11. November in den Blick, d.h. die Zerstrung der hannoverschen Synagoge sowie vieler jdischer Geschftshuser und Privatwohnungen. Behandelt werden auch die Verschleppung vieler jdischer Menschen von Hannover in das KZ-Lager Buchenwald und die anschlieenden Manahmen zur weiteren Entrechtung der Juden. Dabei steht nicht allein der Pogrom in Hannover im Fokus, sondern es wird der Blick auch in das Umland nach Pattensen und nach Neustadt a. Rbge gerichtet. (Aus dem Vorwort von Thomas Schwark)

Wir freuen uns darauf, Sie mit Ihrer Familie und Freunden bei uns im Historischen Museum Hannover begren zu drfen!

Im Rahmen der Erffnung ist der Eintritt frei!

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband mit Beitrgen zum aktuellen Forschungsstand und zahlreichen, z.T. bislang nicht gezeigten Photographien:
Historisches Museum Hannover (Hg.): Der Novemberpogrom 1938 in Hannover. Begleitband zur Ausstellung vom 5. November 2008 bis 18. Januar 2009 im Historischen Museum Hannover. Hannover 2008 (Schriften des Historischen Museums Hannover 33). ISBN 978-3-910073-34-0 9,50

Novemberpogrom 1938 in Hannover

Begleitend zeigt das Historische Museum im Vortragssaal die Ausstellung:

Jdisches Leben in Celle nach 1945

Am 15. April 1945 wurde das rund 25 Kilometer nrdlich von Celle liegende Konzentrationslager Bergen-Belsen durch Alliierte Truppen befreit. Dies hatte auch fr Celle Folgen: Aus einer Gruppe berlebender polnischer Juden, die bei der Rumung des berfllten und verseuchten Lagers von den Briten in die Celler Heidekaserne verlegt worden waren, bildete sich in enger Verbindung zum Jdischen Zentralkomitee der britischen Zone im DP-Camp Bergen-Hohne eine Gemeinde, die bis Anfang der 1950er Jahre bestehen blieb. Mit zeitweise bis zu 500 Mitgliedern war sie die grte jdische Gemeinde, die es in der Stadt je gegeben hat. Die Auswanderung der meisten beendete diese Episode in der Celler Nachkriegsgeschichte.

Unter Leitung des Stadtarchivs Celle (Frau Sabine Maehnert) hat eine Arbeitsgruppe aus Anlass des Jahrestages der Befreiung von Bergen-Belsen eine Ausstellung erarbeitet. ber ein Jahr wurden Archivalien gesichtet, Zeitzeugeninterviews gefhrt und Kontakte zu berlebenden oder ihren Nachkommen aufgenommen.

Die Ausstellung dokumentiert einleitend, ausgehend von der Pogromnacht in Celle 1938, das Kriegsende in der Stadt und den schwierigen Neuanfang unter britischer Besatzung und fragt nach Rckkehrern aus der alten Celler Synagogengemeinde und den Umgang mit ihnen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Versuch, das Leben der in der Stadt lebenden Fremden zu erfassen und ihre vielfltigen, auch konfliktreichen Beziehungen zur Celler Bevlkerung zu dokumentieren: Die Inbesitznahme von Wohnraum sowie der alten, erhalten gebliebenen Synagoge und der Gemeindehuser Im Kreise 23 und 24, des Friedhofs und der Friedhofshalle, der Neubau einer Mikwe (Ritualbad) aus stdtischen Mitteln, die Einrichtung einer Koscherschlachtung im stdtischen Schlachthof, die Erffnung jdischer Gasthuser und eines jdischen Clubs. Neben dem orthodoxen Rabbiner Israel-Moshe Olewski, den polnischen Schchtern und Kantoren werden erstmals auch die wechselnden Vorstnde des Celler Jdischen Komitees vorgestellt. Jdisches Alltagsleben in Celle dokumentieren die Feste und Hochzeiten und die Familiengrndungen. Das Bemhen um eine berufliche Eingliederung und Geschftsgrndungen der jdischen DPs sind ein Schwerpunkt der Ausstellung. Am Ende stand allerdings dann die Auswanderung nach Israel, den USA, Grobritannien und Kanada, um nur die wichtigsten Auswanderungsziele zu nennen.

Durch die Nhe zu Bergen-Belsen kommt Celle fr die jdische Nachkriegsgeschichte eine besondere Bedeutung zu und verleiht dieser Ausstellung eine weit ber das Lokale hinausgehende Dimension.

Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen:
Gesellschaft fr Christlich-jdische Zusammenarbeit Celle e.V. (Hg.): Jdisches Leben in Celle nach 1945. Bielefeld 2005. (Celler Beitrge zur Landes- und Kulturgeschichte 35) (Quellen und Darstellungen zur Geschichte des Landkreises Celle 8). 14,90

[PM Historisches Museum am Hohen Ufer, 28.10.2008]

Aufstehen und Widersetzen
2. Chretreffen gegen Rechts in Hannover am 09.11.2008

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