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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Montag, 28. Mai 2018

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Glocksee Schul-Aktion: Wir sind gegen das Turbo-Abi

Glocksee Schul-Aktion: Wir sind gegen das Turbo-Abi

Auch Glocksee-Schule Dhren mit bunten Bannern, Schlerbotschaften und Resolution gegen Einfhrung des TurboAbi an Gesamtschulen!
Fr eine vielfltige Bildungslandschaft und fr gleiche Chancen fr alle Kinder!

Eltern, Schlerinnen und Schler, Lehrerinnen und Lehrer der Glockseeschule in Dhren positionieren sich klar gegen die Einfhrung des Turbo-Abi, also die Verkrzung auf 12 Schuljahre bis zum Abitur. Am Mittwoch wurden groe Banner (Kein Turbo-Abi an IGS, 13 Jahre Zeit fr Bildung) an der Schule in Hannover Dhren aufgezogen.
Die Botschaften sind mit vielen Kinderhandabdrcken erstellt. Sie soll deutlich machen, wofr oder besser wogegen man dort steht.

Glockesee-Schuldemo
(Mehr Fotos auf Flickr)

Die von den Kindern selbst gestalteten Karten sagen Einiges aus. Beispielhafte Texte: Ihr hattet Eure Zeit wo ist meine?, CDU-buuuuh!, Wie bitte soll man in 12 Jahren genauso schlau werden wie in 13?. Die Karten wurden im Stadtteil verteilt, um mglichst viele Menschen zu erreichen.

Bisher habe sich noch keine Landesregierung auch keine CDU-gefhrte solch einen Vorschlag geleistet, meint Ulla Behrens, Vorsitzende des Elternrates. Die Verkrzung der Schulzeit sei ein klarer Angriff auf die guten sozialintegrativen Leistungen der Integrierten Gesamtschulen und damit auch der Glocksee-Schule, die seit 1973 existiert und deren Schlerinnen und Schler nach der Abschlussklasse 10 berwiegend die Integrierten Gesamtschulen besuchen um dort ihr Abitur zu erwerben.
Erfreulich sei es, dass auch CDU-Mitglieder jetzt ihren Unmut gegen diese Fehlplanungen offen Luft machen. Aber es msse sich erst zeigen, ob die Landtagsfraktion auf ihre Basis hre.

Wer steht noch dahinter?
Untersttzt werden die Inhalte der Resolution von namhaften Hochschulprofessoren, wie
Prof. Dr. phil., Dr. h.c.Thomas Ziehe (Leibniz Uni Hannover),
Prof. Dr. phil. Detlef Horster (Leibniz Uni Hannover),
Prof. em. Dr. Oskar Negt (Leibniz Uni Hannover, Grndungsvater der Glocksee-Schule),
Prof. Dr.theol., Dr.rer.soc. Albert Ilien, Dipl.-Theol. (Leibniz Uni Hannover) und auch Prof.
Dr. Rolf Wernstedt (ehem. Kultusminister und Landtagsprsident).

Weitere Untersttzer sind gern gesehen, siehe www.glockseeschule.de/blog.

Wir haben noch Hoffung, dass parteipolitisches Kalkl zugunsten der Zukunft aufgegeben wird!
Wir knnen nicht glauben, dass per Schnelldurchlauf im Landtag solch eine Vernderung ohne bildungspolitische Diskussion und Anhrung von Verbnden durchgepeitscht werden soll, meint eine Mutter. Sie hoffe, dass sich die Abgeordneten von CDU und FDP doch noch eines Besseren besinnen und dieses Thema nicht einbringen, geschweige denn beschlieen. Es sei auch bis Februar nicht thematisiert gewesen die Schulzeit zu verkrzen. Entweder der Vorschlag komme aus dem Finanzministerium und es geht nur ums Sparen zu Lasten der Kinder und der Bildung oder die Vorschlge kommen von denen, die noch nie eine IGS von innen gesehen haben. Es handelt sich ganz schlicht nur um rckwrtsgewandte Politik, die nur ideologisch geleitet sein kann.

Hintergrund: IGS als Alternative
Die guten Erfahrungen geben den IGSen Recht. Argumente wie eine landesseitig vorgeschobene Stellung der Gesamtschulen im Wettbewerb knnen nicht bestehen. Da hilft auch stndige Wiederholung nichts! Es geht nicht um Wettbewerb, es geht um Kinder und Jugendliche, unser wichtigstes Gut, gleiche Chancen fr alle, auch fr die aus sog. bildungsfernen Schichten, eben die Zukunft unserer Gesellschaft! Klarer Elternwille ist es, Alternativen zum gegliederten Schulsystem fr Kinder zu haben. Dieser Wunsch wird schlicht negiert.

Integrative Schulen sind in Europa Standard nur eben in Deutschland (und sterreich) nicht. Deshalb geht auch das Argument, dass man etwas angleichen wolle, vllig fehl. Denn: Die Trennung von Kindern im Alter von 10 Jahren ist europaweit einmalig.

Mehr Hintergrund: Glockseegeschichte
Die Glocksee-Schule selbst ist 1973 als Schulversuch gestartet und zwischenzeitlich aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. Stark gemacht fr die Schule, insbesondere als es um die Erweiterung bis Klasse 10 ging, haben sich u. a. Ernst Gottfried Mahrenholz, Herbert Schmalstieg und Peter von Oertzen. Werner Remmers (Kultusminister a. D., CDU) hatte zu Beginn der 80er die Abtrennung der Jahrgnge 5 und 6 verfgt. Nachdem er aber die Schule besucht hatte, schlug er selbst die Erweiterung auf die Klassen 7 bis 10 und damit eine kleine, einzgige Gesamtschule vor.
Er hatte sich nach einem intensiven Gesprch in der Schule berzeugt gezeigt. Auf diese Einsicht der Landesregierung setze ich noch Hoffnung zur Rettung der IGSen, sagt Dieter Hermann Schulleiter der Glockseeschule.

Resolution der Glocksee-Schule

Fr ein langes, gemeinsames Lernen Gegen das Turbo-Abitur

Die Glocksee-Schule Hannover ist eine staatliche Angebotsschule von der 1. bis zur 10. Klasse. Die
SchlerInnen knnen an ihr alle Abschlsse erwerben, die nach Klasse 10 mglich sind ohne die
sonst blichen Schulwechsel nach der vierten Klasse. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen ist
die Glocksee-Schule frei in der Planung und Durchfhrung ihrer pdagogischen und inhaltlichen Arbeit
und sie ist damit erfolgreich. Der Erfolg ihrer Arbeit beruht unter anderem auf ihrer an eine 13-jhrige
Schulzeit bis zum Abitur angepassten Struktur fr die SchlerInnen, die dies anstreben.

Nun beabsichtigt die Niederschsische Landesregierung das Niederschsische Schulgesetz fr Integ-
rierte Gesamtschulen und die jahrgangsbezogenen Kooperativen Gesamtschulen dahin gehend zu
ndern, dass es auch an diesen Schulen das Abitur nach 12 Jahren vorsieht. Der Gesetzentwurf soll
noch vor der Sommerpause in den Landtag eingebracht werden (Beschluss der Koalition vom 24.
Februar 2009).

Durch diesen Beschluss der CDU/FDP-Landesregierung sehen Glocksee-Eltern, -LehrerInnen und -
SchlerInnen den Erfolg der gemeinsamen Arbeit sowie die Grundlagen ihres erprobten, besonderen
Schulkonzeptes und damit die Lern- und Entwicklungschancen ihrer Kinder stark gefhrdet:

  • Jahrgangsbergreifendes Lernen mit offenen Strukturen und exemplarischem Lernen,
  • Lernorganisation in Form von Angeboten und Projekten,
  • Berichte statt Zensuren (Wegfall formalisierter Leistungskontrollen und -beurteilungen).

Wird das Vorhaben der Landesregierung umgesetzt, wird es den Glockseeschlerinnen und
Schlern, die dies mchten, nach 10 Jahren Glocksee-Schule nicht mehr mglich sein, in den 11.
Jahrgang einer IGS zu wechseln. Sie werden gezwungen, die 10. Klasse zu wiederholen. Bewhrte
und von Eltern wie Schlern gewnschte Bildungsgnge werden dadurch gefhrdet. Es steht darber
hinaus zu befrchten, dass die Rckwirkungen der Manahmen auf die Jahrgnge 5 bis 10 die Struk-
turen der Glocksee Schule in einer Weise beeinflussen, durch die langsam lernende und lernschwa-
che Kinder benachteiligt werden.

Die Eltern, LehrerInnen und SchlerInnen der Glocksee-Schule lehnen die geplante Einfhrung des
Abiturs nach 12 Jahren an Gesamtschulen ab und fordern die Landesregierung auf:

  1. den Elternwillen zu respektieren und deshalb bestehenden und geplanten Gesamtschulen
    keine Steine in den Weg zu legen,
  2. den Elternwillen zu respektieren und die geplante Verkrzung der Schulzeit an der IGS auf
    acht Jahre bis zum Abitur unverzglich zurck zu nehmen,
  3. den Elternwillen zu respektieren und Schulen mit besonderen Strukturen und Organisations-
    formen des Lernens hnlich wie in anderen Lndern zu untersttzen und zu frdern.

Stand: 23. April 2009

[PM Glocksee-Schule Hannover, 28. April 2009, Ulla Behrens (Elternrat Glocksee-Schule Hannover)]

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