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Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Dienstag, 19. September 2017

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Ehrengrabanlage auf dem Stadtteilfriedhof Misburg

Ehrengrabanlage auf dem Stadtteilfriedhof Misburg wird in einer kleinen Gedenkfeier offiziell eingeweiht
Die Ehrenanlage mit Grabtafeln fr zehn ZwangsarbeiterInnen osteuropischer Herkunft auf dem Stadtteilfriedhof Misburg wird am Freitag, dem 13. November 2009, 11 Uhr, der ffentlichkeit in einer kleinen Gedenkfeier mit VertreterInnen des Bezirksrats Misburg-Anderten, der Arbeitsgemeinschaft Misburger und Anderter Vereine e.V. und des Bereichs stdtische Friedhfe offiziell bergeben.
Eingeladen sind auerdem die beteiligten HistorikerInnen, VertreterInnen des Volksbundes Deutsche Kriegsgrberfrsorge und der ausfhrende Steinmetzbetriebe. Interessierte EinwohnerInnen sind ebenfalls herzlich eingeladen.

Die Grabanlage besteht aus drei Platten in Wesersandstein und ist vollstndig von einer Einfassung umgeben, da auch die Lage der einzelnen Grber nicht genau recherchiert werden konnte. Zwei der Grabplatten tragen die Namen der Opfer, auf der mittleren Grabplatte wird erklrt, wer in dieser Ehrenanlage bestattet ist.

Lange Zeit war auf dem Friedhof an der Stelle, wo die ZwangsarbeiterInnen whrend und nach der Zeit des Zweiten Weltkriegs ihre letzte Ruhesttte gefunden hatten, nur Rasen sichtbar. Nichts deutete darber hinaus darauf hin, dass an dieser Stelle jemals Beisetzungen stattgefunden hatten, auch nicht, dass diese Grabsttten in der Grberliste gem Grbergesetz (als anerkannte Kriegsgrbersttten) enthalten waren.

Mit jungen MitarbeiterInnen der Friedhofsverwaltung, die von den Folgen des Naziregimes und den Schrecken des Zweiten Weltkriegs nicht direkt betroffen waren, kamen dann in jngster Zeit folgerichtig Fragen auf. Im Belegungsplan stand zu lesen: "5 Kriegstote und Zubettungen am 1.11.1965" - Warum gab es keine Grabmale, wenn es doch Kriegstote waren, die in der Grberliste enthalten sind? Wieso ist die Zahl der Zubettungen nicht benannt? Stimmen die Daten?

Erste Anfragen dazu starteten bereits 2002, blieben allerdings zunchst ergebnislos. Auerdem blieb noch die Frage der Finanzierung einer Gedenksttte offen. 2007 fiel dann der Startschuss zu konkreten Manahmen, da vom Land Mittel fr die Instandsetzung von Grbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zur Verfgung gestellt werden konnten. Da auch die bestehende Kriegsgrbersttte in Misburg sanierungsbedrftig war, wurden gleich fr beide Manahmen Mittel angemeldet und auch bewilligt. Fr die Ehrenanlage der Bombenopfer wurden fr Sanierungsmanahmen dann knapp 16.000 Euro ausgegeben, fr die Herstellung der Ehrenanlage fr die Zwangsarbeiter standen 10.000 Euro zur Verfgung.

Anfang 2008 wurden, parallel zur Entwicklung der Gesamtgestaltung durch die Friedhofsverwaltung, die Recherchen zu den Namen und weiteren Hinweisen auf das Schicksal der hier Bestatteten wieder aufgenommen. Mit Untersttzung von HistorikerInnen und dem Standesamt konnten neun der zehn Toten zumindest in Bezug auf die richtige Schreibweise besttigt werden. In Archivmaterial zu Bombenangriffen auf Misburg fanden sich auch Hinweise auf ums Leben gekommene Tschechen und Polen zwischen 1940 und 1945, leider ohne namentliche Nennung. Nur von zwei Russinnen aus dem Gemeinschaftslager der Norddeutschen Portlandzement konnten auch die Namen besttigt werden. Sie wurden 1945 offensichtlich tot aus Trmmern geborgen.

[PM LH Hannover, 30.10.2009]

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