RSS 2.0 / ATOM »
Facebook »
Twitter »
ihmebote
Aktuelle Informationen und Nachrichten aus Hannover · Freitag, 28. April 2017

Werbung


 

Werbung

Schule im Stadtteil – Ganztagsgrundschule

Schule im Stadtteil – Ganztagsgrundschule

Offener Brief der Kindertagessttten-Eltern und der Grundschuleltern
an das Kultusministerium und an die Stadt Hannover
zum geplanten Modell der Schule im Stadtteil/Ganztagsgrundschule in Hannover

Sehr geehrte Frau Ministerin Heister-Neumann, sehr geehrter Herr Oberbrgermeister Weil,
die Landeshauptstadt Hannover plant ein Ganztagsgrundschulmodell (nachfolgend Schulmodell), das auf der Schule im Stadtteil, bzw. der Offenen Ganztagsschule basiert. (Drucksache Nr. 2177/2009: Ausbau von Ganztagsgrundschulen) Die Verwaltung beabsichtigt, den Ausbau der Ganztagsschulen bis 2012 von jetzt 5 auf ca. 21 Grundschulen auszuweiten. Hintergrund ist ein eklatanter Mangel an Hortpltzen fr schulpflichtige Kinder in Hannover. Zustzliche Hortpltze aber sollen mit Verweis auf die Umsetzungsplne fr das o. g. Schulmodell nicht eingerichtet werden.

Das angestrebte Schulmodell der Stadt Hannover ist aus Elternsicht nur bedingt geeignet, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen. Ferner wird das Modell vielen Kindern aus Familien, die bei ihrer Erziehungsarbeit auf die Untersttzung durch den Hort angewiesen sind, nicht gerecht. In dieser Angelegenheit mchten wir uns als gewhlte Vertreter der Schulform Grundschule und als Kita-Stadtelternrat der Stadt Hannover gemeinsam an Sie wenden und Ihnen im Folgenden einige unserer Bedenken an der Konzeption dieses Schulmodells darlegen:

  • Die Qualifikation der Hort-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im KiTaG festgelegt, das heit sie sind als Erzieherinnen und Erzieher pdagogisch fr diese Aufgabe qualifiziert. Bei dem jetzt von der Stadt angestrebten Schulmodell fehlen feste Mindestanforderungen fr die pdagogische Qualifikation. Die Qualifikation hngt somit jeweils vom zur Verfgung stehenden Angebot an Mitarbeitern ab und von der Auswahl durch die jeweilige Schulleitung oder den Trger der Jugendhilfe.
  • Die Hort-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zuverlssige und langfristige Bezugspersonen in regulren Arbeitsverhltnissen, die den Kindern stndig als wichtige Ansprechpartner zur Verfgung stehen. Demgegenber steht beim jetzt von der Stadt Hannover angestrebten Schulmodell ein hufiger Wechsel der Mitarbeiter ber den Tag und von Tag zu Tag, was sich insbesondere in dieser frhen Phase des Lernens nachteilig auf den Lernerfolg auszuwirken droht.
  • Darber hinaus wird eine langfristige Anbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Einbindung in das pdagogische Konzept der Schule durch die unsicheren Arbeitsverhltnisse (Honorarvertrge / Teilzeitstellen) der Beschftigten erheblich erschwert.
  • Die Horte sind an allen fnf Schultagen und auch in den Ferien geffnet. Die aktuellen Planungen fr das neue Schulmodell sehen zwar Betreuungszeiten von 7:00 bis 17:00 Uhr vor, dabei handelt es sich jedoch um ein Flickenteppich von Angeboten ohne bergreifende gemeinsame und abgestimmte Bildungs- und Erziehungsziele.
  • Fr die Mittagessenverpflegung fehlen einheitliche Qualittsstandards wie sie fr Horte gelten. Grundstzlich sollte gelten: Das Mittagessen ist vor Ort frisch zuzubereiten und kostenfrei fr alle Kinder anzubieten. Anstatt wenigstens die Geschwisterkindregelung, die fr die Kitas in Hannover gilt, anzuwenden, ist fr das Schulmodell ein deutlich teureres Mittagessen vorgesehen, welches mit einem anvisierten Preis von ca. 2,50 Euro ziemlich genau dem entspricht, was einem Kind, das von ALG 2 lebt, fr einen ganzen Tag fr Essen und Getrnke zur Verfgung steht.
  • Der Kindertagessttten-Stadtelternrat und die Grundschuleltern begren die Anstrengungen, die die Stadt Hannover unternimmt, um Fortschritte auf dem Weg zur Ganztagsgrundschule zu machen. Ob allerdings das jetzt von der Stadt geplante Schulmodell geeignet ist, die Vereinbarkeit von Familie und Berufsttigkeit tatschlich zu verbessern und wirklich zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitrgt, hngt von der Ausgestaltung und damit im Wesentlichen davon ab, dass endlich auch die Wende in der Bildungspolitik des Landes kommt. Eine ausreichende Finanzierung eines ganztgigen Bildungs- und Betreuungsangebots muss jederzeit gewhrleistet sein und die bereits fr Hortpltze geltenden Mindeststandards, drfen nicht gefhrdet werden, sondern mssen deutlich verbessert werden auf dem Weg zu einem neuen Ganztagsschulmodell, dass Anerkennung und Zustimmung bei allen Eltern findet.

    So lange ein echtes qualifiziertes Ganztagsgrundschulmodell nicht in Sicht ist, muss am Hortausbau festgehalten werden, denn die Zahl der Familien, die bereit sind, ihre Kinder einer zuverlssige Bildungs- und Erziehungsinstitution auch an den Nachmittagen und in den Schulferien anzuvertrauen, nimmt weiter zu. Daher fordern wir nicht nur die Stadt Hannover sondern insbesondere auch das Land Niedersachsen auf, dieser Entwicklung gerecht zu werden. Der hieraus entstehende Investitionsbedarf in die Zukunft und die Bildung unserer Kinder mssen uns unsere Kinder Wert sein.

    Mit freundlichen Gren,
    Georg Weil (Kita-Stadtelternrat Hannover)
    i.V. Sabine Hedderich, Ulla Konrath und Thomas Bernsen (Gewhlte Vertreter der Grundschulen im Stadtelternrat Hannover)

    Kita-Stadtelternrat
    Ricklinger Strae 39
    30449 Hannover

    [PM Kita-Stadtelternrat, 8. Dezember 2009, Georg Weil]

    Kein Kommentar »

    Werbung

    Leave a comment

    Sie müssen eingelogged sein um einen Kommentare schreiben zu können.


    Ricklinger Chroniken Nr. 1: 25 Jahre Musik in St. Augustinus
    Ihre Nachrichten im Netzwerk Fidele Dörp